Wasserwandern mit dem Kanu ist eine fantastische Möglichkeit, die Natur aus einer einzigartigen Perspektive zu erleben. Es kombiniert die Ruhe des Wassers mit dem Abenteuer des Campings und ermöglicht es dir, abgelegene und unberührte Orte zu erreichen. Hier sind 12 Praxistipps, um negative Erfahrungen zu vermeiden und deine Paddeltour noch mehr genießen zu können:
1. Schuhwahl: Du wirst nicht immer einen Anleger finden und musst deshalb in Uferzonen ins Wasser treten. Barfuß ist keine Option, da unter der Wasseroberfläche gerne Kronkorken, Scherben oder abgebrochenes Schilf lauern, die zu Verletzungen führen können. Wasserschuhe schützen deine Füße und bieten besseren Halt auf rutschigen Steinen und im Schlamm. Im Winter sind auch wasserdichte Bergstiefel oder gefütterte Gummistiefel eine gute Option.
2. Auswahl der Boote: Auf Dauer ist es sowohl für schnelle Gruppenmitglieder nervig immer wieder warten zu müssen und nicht vorwärts zu kommen, als auch für langsame Gruppenmitglieder frustrierend immer nur hinterher zu hängen. Und kaum hat man aufgeschlossen, wollen die Schnellen auch schon weiter.
Wenn du in einer Gruppe unterwegs bist, ist es deshalb wichtig, dass die Boote ungefähr gleich schnell sind. Dies verhindert, dass die Gruppe auseinandergerissen wird und sorgt für ein harmonischeres Paddelerlebnis.
Günstige aufblasbare Schlauchboote und aufblasbare Kanadier sind meist am langsamsten, wobei teure aufblasbare Kajaks durchaus mit Hartschalen mithalten können. Wir haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass Faltkajaks sehr schnell sind.
3. Die passende Route: Für den Anfang sind 15 Kilometer eine gute Tagestour, bei guter und günstiger Strömung auch 20km. Auf dem Wasser werden da auch schnell mal 5km mehr daraus, weil du nie in einer geraden Linie fährst oder du mal weiter paddeln musst, wenn der gewünschte Campspot nicht geeignet oder schon belegt ist. Wir haben auch schon 30 und mehr Kilometer an einem Tag gemacht, aber das ist nur noch Durchhalten. Wähle eine Route, die zu deinem Können und deiner Kondition passt, um das Erlebnis angenehm zu gestalten. Informiere dich (vor allem in der Nebensaison) vorher bei Campingplätzen, ob sie geöffnet haben oder schon ausgebucht sind und plane für Umtragestellen mindestens eine halbe Stunde ein.
4. Packe wasserdicht: Schlafsäcke, Isomatten, Kleidung und Elektronik sollten in wasserdichten Packsäcken verstaut werden. Alternativ gibt es auch wasserdichte Tonnen. Befestige alles im Kanu, damit es im Falle des Kenterns nicht davonschwimmt.
5. Mückenschutz: Für die Stunden am Ufer sind ein Mückennetz für den Kopf und weite Kleidung unverzichtbar. Sie schützen dich vor Insektenstichen und machen den Aufenthalt angenehmer. Mir sind weder chemische noch natürliche Insekten Sprays bekannt, die wirklich wirksam schützen.
6. Nimm die Kielwellen quer: Zu schnell vorbeifahrende Motorboote verursachen teils wirklich hohe Wellen. Wenn du auf Wellen triffst, ist es wichtig, sie quer zu nehmen, um Stabilität zu gewährleisten und das Risiko des Kenterns zu minimieren.
7. Legales Wildcampen: In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist Wildcampen für nichtmotorisierte Fernwanderer außerhalb von Naturschutzgebieten und Privatflächen erlaubt. Nutze diese Möglichkeit, um spontane Übernachtungsplätze zu finden. Ich empfehle da den Spreewald und die Mecklenburger Seenplatte.
Geführte ABENTEUERGUIDE-TourenAuf Anfrage können wir geführte Kanutouren anbieten, bei denen wir dir alles Wichtige rund um Boote, Ausrüstung, Sicherheit, Technik, Regeln und Retten & Bergen beibringen können. Dabei kann das ganz nach Wunsch Kurscharakter, Tourencharakter oder auch ein Junggesellenabschied werden. Bevorzugte Reviere sind dabei Spree und Mecklenburger Seenplatte. Nutze einfach das Kontaktformular oder rufe an. |
8. Habe einen Plan B: Das Wetter kann sich schnell ändern, besonders auf dem Wasser. Regen kann einem die Weiterfahrt verderben oder Wind so stark werden, dass die Weiterfahrt unmöglich oder zu gefährlich wird. Besonders in engen Fließgewässern können dich auch Hindernisse zum Umkehren bringen.
Ein Plan B, beispielsweise ein nahegelegener Notunterkunftsplatz oder eine Ausweichroute, ist essenziell, um auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können. Mache dir vorab auch Gedanken, an welchen Stellen du eine gute ÖPNV Anbindung hast, um auf dem Landweg zurück zum Fahrzeug zu kommen.
9. Kommunikation bei Gruppen: Walkie-Talkies sind praktisch, um die Kommunikation zwischen den Kanus aufrechtzuerhalten, besonders in Gebieten ohne Mobilfunkempfang. So bleibt ihr immer in Kontakt und könnt schnell auf Veränderungen reagieren.
10. Nutze den Packsack als Kühlschrank: Ein wasserdichter Packsack im Wasser kann als provisorischer Kühlschrank dienen, um Lebensmittel kühl zu halten. Dies ist besonders an heißen Tagen nützlich.
11. Schütze dich vor der Hitze: Da Sonne auf dem Wasser nicht nur von oben kommt, sondern auch noch vom Wasser reflektiert wird, herrscht erhöhte Sonnenstichgefahr. Trage einen breiten Hut. Tauche dein Shirt oder deine Mütze ins Wasser, um dich abzukühlen. Dies hilft, einen Hitzschlag zu vermeiden.
12. Polarisierte Gläser tragen: Eine Sonnenbrille mit polarisierten Gläsern hilft, Gefahren unter der Wasseroberfläche früher zu erkennen. Sie reduziert Blendeffekte und ermöglicht es dir, besser zu sehen, was unter dir ist.
Allgemein gilt: Nimm das Thema Sicherheit ernst und halte dich an rechtliche Vorgaben, wie die Promillegrenze von 0,5% und die korrekte Bootskennzeichnung, um Ärger zu vermeiden.
Stay safe und genieße dein Kanu-Abenteuer!
Dein ABENTEUERGUIDE
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